Wir verwenden Cookies, um dir die bestmögliche Erfahrung auf unserer Website zu bieten. Weitere Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.

    Investano LogoInvestano

    Riester Vertrag ins Altersvorsorgedepot überführen: So geht's richtig

    Jan-Ole Fürl
    11.8.2026
    11 Min.

    Rund 16 Millionen Riester-Verträge gibt es in Deutschland. Viele davon schmelzen seit Jahren an Kosten und Garantiezinsen dahin. Ab 2027 startet das Altersvorsorgedepot als staatlich geförderter Nachfolger – und damit stellt sich für Millionen Sparer eine drängende Frage: Soll ich meinen Riester Vertrag ins Altersvorsorgedepot überführen, oder laufe ich weiter? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab, die du kennen musst, bevor du eine Entscheidung triffst.

    Riester Vertrag ins Altersvorsorgedepot überführen: Die Ausgangslage

    Die Riester-Rente galt lange als das Aushängeschild der privaten Altersvorsorge. Staatliche Zulagen, Steuervorteile und eine Beitragsgarantie klangen sicher. Doch die Realität hat viele enttäuscht. Hohe Verwaltungskosten, niedrige Garantiezinsen und unflexible Auszahlstrukturen haben die Rendite vieler Verträge massiv gedrückt. Das neue Altersvorsorgedepot, das 2027 startet, verspricht mehr Transparenz, niedrigere Kosten und höhere Renditechancen durch ETFs und Fonds – ohne starre Garantien, dafür mit staatlichen Zulagen und Steuervorteilen.

    Wer heute einen Riester-Vertrag besitzt, steht vor einer Entscheidung: weiterlaufen lassen, beitragsfrei stellen, kündigen oder in das neue System überführen. Gerade die Option, einen Riester Vertrag ins Altersvorsorgedepot zu überführen, ist für viele attraktiv – aber sie will gut vorbereitet sein.

    Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?

    Bestehende Riester-Verträge laufen automatisch weiter. Niemand wird gezwungen, zu wechseln. Du kannst deinen Vertrag in der aktuellen Form weiter besparen, ihn beitragsfrei stellen oder prüfen, ob ein Wechsel in das neue Altersvorsorgedepot sinnvoll ist. Die gesetzliche Reform sieht Übergangswege vor, die eine Überführung unter bestimmten Bedingungen ermöglichen.

    Riester vs. Altersvorsorgedepot im Vergleich
    Merkmal Riester-Rente (alt) Altersvorsorgedepot (ab 2027)
    Anlageprodukte Versicherungen, Bank-Sparpläne, Fonds ETFs, Fonds, Anleihen (Positivliste)
    Garantie Beitragsgarantie (starr) Keine Garantie, höhere Renditechance
    Kosten Oft 1–2 % p.a. + Abschlusskosten Standarddepot max. 1,0 % p.a.
    Grundzulage 175 € p.a. Bis 540 € p.a. (beitragsabhängig)
    Kinderzulage 300 € (ab 2008 geboren) Bis 300 € pro Kind
    Flexibilität Gering, Wechsel oft teuer Hoch, Raten anpassbar, Anbieterwechsel gedeckelt

    Wann lohnt sich die Überführung?

    Nicht jeder sollte seinen Riester Vertrag ins Altersvorsorgedepot überführen. Für manche Sparer ist das Weiterlaufenlassen die bessere Wahl. Die Entscheidung hängt von folgenden Faktoren ab:

    Faktoren, die für einen Wechsel sprechen

    Ein Wechsel ist besonders dann attraktiv, wenn dein aktueller Riester-Vertrag hohe laufende Kosten verursacht, keine oder nur geringe Garantien aufweist und du noch eine lange Restlaufzeit bis zur Rente hast. Auch Familien mit mehreren Kindern profitieren von den höheren Zulagen im neuen System. Wer ohnehin in ETFs investieren möchte, bekommt mit dem Altersvorsorgedepot eine staatlich geförderte Hülle, die Kosten senkt und Steuervorteile bietet.

    Wann du besser weiterlaufen lässt

    Hast du einen älteren Riester-Vertrag mit hohen Garantien und bereits viel eingezahltem Kapital, kann es sich lohnen, diesen beitragsfrei zu stellen und parallel ein Altersvorsorgedepot zu eröffnen. So kombinierst du die Sicherheit der alten Garantien mit den Renditechancen des neuen Systems. Auch wer kurz vor der Rente steht, sollte von einer Überführung absehen, da sich die Umstellung kurz vor der Auszahlphase kaum noch rechnet.

    Riester Vertrag ins Altersvorsorgedepot überführen: Schritt-für-Schritt

    Wenn du dich für einen Wechsel entscheidest, solltest du strukturiert vorgehen. Eine überstürzte Kündigung deines Riester-Vertrags kann zu Rückzahlung von Zulagen und Steuernachteilen führen. Die Überführung ist der sicherere Weg.

    1

    Aktuellen Riester-Vertrag prüfen

    Lass dir den aktuellen Stand, die Kostenstruktur und die Garantien deines Vertrags dokumentieren. Frage nach Rückkaufswert und bereits gezahlten Zulagen.

    2

    Förderberechtigung für das neue Depot prüfen

    Stelle sicher, dass du förderberechtigt bist. Wer in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, erfüllt die Voraussetzung in der Regel.

    3

    Anbieter für das Altersvorsorgedepot finden

    Sobald die ersten Anbieter ab 2027 Produkte auf den Markt bringen, vergleiche Kosten, ETF-Auswahl und digitale Verwaltung. Ein unabhängiger Depotvergleich hilft hierbei.

    4

    Übertragung beantragen

    Beantrage die Übertragung des Kapitals aus deinem Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot. Achte darauf, dass die Übertragung als schädliche Verwendung vermieden wird – das Gesetz sieht hierfür Übergangswege vor.

    5

    Neue Anlagestrategie festlegen

    Wähle aus der Positivliste der erlaubten ETFs und Fonds eine Strategie, die zu deinem Risikoempfinden und deiner Restlaufzeit passt. Das Standarddepot ist eine einfache Option.

    Steuern und Zulagen: Was passiert bei der Überführung?

    Die größte Sorge vieler Sparer ist, dass eine Überführung als schädliche Verwendung gilt und sie alle Zulagen zurückzahlen müssen. Das Gesetz zur Reform der geförderten Altersvorsorge sieht jedoch Übergangsregelungen vor, die eine Übertragung von Riester-Kapital in das Altersvorsorgedepot ermöglichen, ohne dass es zu einer Rückzahlung von Zulagen kommt. Die genaue Ausgestaltung erfolgt über Durchführungsverordnungen, die bis zum Start 2027 finalisiert werden.

    Wichtig: Die Zulagen, die du im alten Riester-Vertrag erhalten hast, werden bei einer ordnungsgemäßen Übertragung angerechnet. Du verlierst sie nicht. Die nachgelagerte Besteuerung bleibt erhalten – das Kapital wird im Alter mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert, genau wie bei der Riester-Rente.

    Was du vermeiden solltest: Kündigung statt Überführung

    Viele Sparer denken bei Unzufriedenheit zuerst an Kündigung. Das ist fast immer die schlechteste Option. Bei einer Kündigung deines Riester-Vertrags werden alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert. Zudem bekommst du oft nur den Rückkaufswert, der durch Stornokosten und Verluste deutlich unter deinen Einzahlungen liegen kann. Eine Überführung in das Altersvorsorgedepot ist der deutlich bessere Weg, wenn du aus dem alten System heraus möchtest.

    Das FREI-Modell: Deine Unterstützung beim Wechsel

    Die Entscheidung, einen Riester Vertrag ins Altersvorsorgedepot zu überführen, ist komplex. Viele Sparer fühlen sich von den steuerlichen Details, der Anbieterwahl und der ETF-Selektion überfordert. Genau hier setzt das von Jan-Ole Fürl entwickelte FREI-Modell an. Es ist ein strukturiertes System, das dir Schritt für Schritt zeigt, wie du deine Altersvorsorge selbst in die Hand nimmst – ohne teure Berater und ohne versteckte Provisionen.

    Das FREI-Modell hilft dir, die Kosten deines alten Vertrags zu bewerten, die Förderung im neuen Altersvorsorgedepot optimal zu nutzen und ein ETF-Portfolio aufzubauen, das langfristig für dich arbeitet. Jan-Ole Fürl hat dieses System entwickelt, um genau den Menschen den Einstieg zu erleichtern, die keine Lust auf Finanzchinesisch haben, aber ihre Zukunft selbst gestalten wollen.

    Häufige Fragen zur Überführung

    Muss ich meinen Riester-Vertrag wechseln?

    Nein. Bestehende Verträge laufen weiter. Du kannst sie weiter besparen, beitragsfrei stellen oder die Überführung prüfen.

    Verliere ich meine Zulagen bei der Überführung?

    Nein, solange die Übertragung ordnungsgemäß über die gesetzlich vorgesehenen Übergangswege erfolgt. Die Zulagen werden angerechnet.

    Ab wann kann ich überführen?

    Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027. Ab dann werden die ersten Anbieter Produkte anbieten und Überführungen ermöglichen.

    Lohnt sich der Wechsel für Familien?

    Ja. Die Kinderzulage von bis zu 300 € pro Kind und die höhere Grundzulage machen das Altersvorsorgedepot für Familien besonders attraktiv.

    Was kostet die Überführung?

    Die Wechselgebühren sind gesetzlich gedeckelt. Der abgebende Anbieter darf nur eine begrenzte Pauschale verlangen, die in den ersten Jahren sinkt und später entfällt.

    Kann ich das Altersvorsorgedepot für Immobilien nutzen?

    Ja, ähnlich wie bei Wohn-Riester kannst du gefördertes Kapital für den Kauf, Bau oder die Sanierung einer selbstgenutzten Immobilie einsetzen.

    Fazit: Informiert entscheiden statt überstürzt handeln

    Die Entscheidung, einen Riester Vertrag ins Altersvorsorgedepot zu überführen, ist keine, die du über Nacht triffst. Prüfe deinen aktuellen Vertrag, vergleiche die Förderung im neuen System und lass dich nicht von voreiligen Kündigungen leiten. Das Altersvorsorgedepot bietet mehr Flexibilität, niedrigere Kosten und höhere Renditechancen – aber nur, wenn du den Wechsel richtig vorbereitest. Mit einem klaren System wie dem FREI-Modell an deiner Seite vermeidest du Fallstricke und sicherst dir die beste Förderung für deine Zukunft.

    Bereit für den Wechsel?

    Wenn du deinen Riester-Vertrag bewerten und optimal in das neue Altersvorsorgedepot überführen möchtest, zeige ich dir im FREI-Modell, wie du das strukturiert und ohne Fehler umsetzt.

    Jetzt zum FREI-Modell
    Jan-Ole Fürl

    Über den Autor: Jan-Ole Fürl

    Jan-Ole Fürl ist Gründer der Investano Akademie und unabhängiger Finanzcoach. Er hilft Menschen dabei, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und durch clevere Anlagestrategien wie das FREI- und CASH-Modell finanzielle Freiheit zu erreichen.

    Artikel teilen:

    Weitere Artikel, die dich interessieren könnten